Immobilienfinanzierung
Vorsicht: Fallen für Ihr Geld!
Eine Immobilie zu kaufen ist für viele von Ihnen die größte Investition Ihres Lebens. Dementsprechend vorsichtig sollte das Thema Immobilienfinanzierung angegangen werden – von Selbstnutzern genauso wie von Vermietern. Die größten Stolpersteine räumen wir hier für Sie aus dem Weg.
Die Zukunfts-Falle
Setzen Sie bei der Finanzierung einer Immobilie niemals auf Geld, dass Sie in Zukunft vielleicht mal haben werden. Eventuelle Extrazahlungen, potenzielle Erbschaften, aber auch die mögliche Überschussbeteiligung einer Lebensversicherung haben in einer soliden Finanzierung nichts zu suchen.
Tipp: Planen Sie stattdessen mit Ihrem Gehalt, und nutzen Sie Extrazahlungen zur außerplanmäßigen Tilgung Ihres Darlehens. Das gilt auch bei der Lebensversicherung: Planen Sie die Auszahlungssumme lieber konservativ und pessimistisch ein, und stecken Sie zusätzliches Geld in die Abzahlung der Hypothek.
Die Tilgungs-Falle
Die eigene Immobilie zum Preis einer Mietwohnung: Dieses Angebot bekommen Sie bei fast jedem Geldinstitut. Aber Vorsicht: Die Banken bieten Ihnen fast ausnahmslos Darlehen mit einer anfänglichen Tilgung von 1 % an. Das bedeutet: Im 1. Jahr zahlen Sie von Ihrem Darlehen gerade mal 1 % zurück, dann wird die Tilgung Jahr für Jahr etwas höher, weil die restlichen Schulden und damit die Zinsen etwas geringer werden. So ist die Rate zwar schön niedrig, denn bei 5,5 % Zins (
aktuelle Konditionen hier) und 1 % Tilgung kosten 100.000 Euro gerade mal 540 Euro monatlich. Aber dafür zahlen Sie Ihr Darlehen auch 34 Jahre und 2 Monate lang an die Bank zurück und haben am Ende insgesamt 122.084 Euro Zinsen bezahlt!
Tipp: Wenn Sie statt 1 % das Doppelte tilgen, erhöht sich Ihre Rate nur um 78 Euro im Monat. Aber Sie sind Ihre Schulden bereits nach 24 Jahren los und zahlen "nur" 81.250 Euro Zinsen. Die Ersparnis: Immerhin über 40.000 Euro!
Die Steuer-Falle
Ganze Siedlungen in den neuen Bundesländern konnten nur gebaut werden, weil den meist aus dem Westen stammenden Käufern unglaubliche Steuervorteile versprochen wurden. Heute stehen viele der Immobilien leer – und das heißt: keine Miete, kein Gewinn. Denn die Steuervorteile alleine machen die Wohnungen natürlich nicht rentabel.
Tipp: Wenn Sie als Vermieter Steuern sparen wollen, gilt die Grundregel: Finanzieren muss sich die Immobilie aus den Mieteinnahmen, die gegen die Ausgaben gerechnet werden – und das gilt ohne Wenn und Aber. Die Steuervorteile sind immer nur das "Sahnehäubchen", mit dem Sie Geld verdienen oder Ihren Kredit schneller tilgen. Lassen Sie sich nicht auf irgendwelche "Tricks" bei der Immobilienfinanzierung ein -
mehr dazu hier!
Die Vertrags-Falle
Wenn Sie eine Immobilie kaufen oder bauen lassen, dann steht in Ihrem Kauf- oder Bauvertrag genau drin, was Sie für Ihr Geld bekommen. Umgekehrt bedeutet das: Alles, was nicht drin steht, bekommen Sie nur gegen Aufpreis. Diese simple Erkenntnis kann manchem von Ihnen zum Verhängnis werden, denn wenn Sie ein Haus "ab Oberkante Fundament" kaufen, dann müssen Sie das Fundament eben noch extra bezahlen. Kostenpunkt: bis zu 30.000 Euro!
Tipp: Gehen Sie Ihren Vertrag vor der Unterschrift immer mit einem Experten durch. Dafür gibt es Immobilienberater (z. B. unter
www.e-b-e.de), die Ihnen bei der Bewertung des Vertrages helfen und (wenn Sie es wollen) auch über den Preis verhandeln.
Die Einkommens-Falle
Banken kalkulieren Ihren finanziellen Spielraum sehr eng. Wenn Sie aber gerne Urlaub machen, vielleicht mal essen gehen oder Wert auf teure Kleidung legen, dann werden die von der Bank angesetzten Lebenshaltungskosten kaum reichen. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf die Rechenkünste Ihres Finanzierungsberaters: Der will Ihnen etwas verkaufen und wird deshalb nur dann die Finanzierung verweigern, wenn Sie wirklich sehr wenig Geld mitbringen.
Tipp: Unsere Checkliste zur Immobilienfinanzierung hilft dabei, teure Fehler zu vermeiden.
Hier herunterladen!
Die Kosten-Falle
Immobilienkäufer (vor allem, wenn die eigenen 4 Wände gekauft oder gebaut werden) neigen zu einer seltsamen Großzügigkeit: Wird bei Planungsbeginn der Euro noch mehrmals umgedreht, bevor das eine oder andere zusätzlich eingeplant wird, geraten viele in Anbetracht der riesigen Summen, die durch die Finger rinnen, in eine Art "Immobilien-Geld-Rausch": Und auf einmal wird hier ein Extra bestellt und dort die bessere Ausstattung gewählt – und dann reicht plötzlich das Geld nicht mehr. Die Folge sind zinsteure Nachfinanzierungen, die die monatliche Belastung bis an die Grenze nach oben treiben.
Tipp: Frühe Planung vermeidet späte Kosten. Entscheiden Sie sich, was genau Sie kaufen oder bauen wollen, bevor Sie zur Bank gehen. Wenn Sie es sich leisten können und wollen, planen Sie lieber ein Darlehen ein, das 10 % über der eigentlich benötigten Summe liegt, oder halten Sie Eigenkapital zurück: Mit diesem Geld können Sie später aufkommende Wünsche bezahlen.
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