So landet Ihr Geld wirklich in helfenden Händen
Besser spenden!
Spenden sind gerne gesehen, eine Vielzahl von Organisationen engagiert sich ganzjährig überall auf der Welt für verschiedenste Projekte. Das Problem: Nicht immer verfolgen die Organisationen ehrliche Ziele. Ich zeige Ihnen, wie Sie ehrliche von unredlichen Spendensammlern unterscheiden.
Siegel für Qualität
Am einfachsten ist eine Rückfrage beim Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI). Dort können Sie sich schriftlich (Bernadottestr. 94, 14195 Berlin) oder online unter
www.dzi.de informieren, ob Ihre Spende bei einer vertrauensvoll agierenden Organisation ankommt. Die Schwäche des Siegels: Es muss beantragt werden und kostet Geld. Und viele – gerade kleinere – Institutionen können oder wollen sich diese Ausgabe nicht leisten. Trotzdem ist ein Blick auf die Liste der geprüften und für gut befundenen Organisationen sinnvoll: Denn zumindest bei diesen Institutionen wurde überprüft, ob sie sachlich werben, die Bilanzen stimmen und die Verwaltungskosten, z. B. für Werbung, angemessen sind – die dürfen nämlich nicht mehr als 35 % des Spendengeldes ausmachen.
Genauere Auskunft
Wer "seine" Organisation nicht auf der Liste findet, kann bis zu 3 Anfragen nach einzelnen Spendenorganisationen aus den Bereichen Soziales, Umwelt und Naturschutz beim DZI stellen – am besten schriftlich und gegen Versand von 3 Briefmarken zu je 0,55 €. Wichtig: In das Arbeitsgebiet des DZI gehören derzeit nicht der Tierschutz, politische, kulturelle, religiöse und sonstige weltanschauliche Organisationen. Zu solchen potenziellen Spendenempfängern kann also keine Auskunft gegeben werden.
Das Wächterauge
Eine weitere Institution zur Spendenkontrolle ist der Deutsche Spendenrat. Das Problem: Hier findet keine Kontrolle statt, sondern die Ratsmitglieder (dazu gehört z. B. die DLRG) verpflichten sich lediglich unverbindlich, bestimmte Regeln einzuhalten. So soll es keine vergleichende Werbung geben, und die Verwendung der Spendenmittel soll durch einen ausführlichen Bericht dokumentiert werden. Aufgrund dieser Unverbindlichkeit ist das Wächterauge daher auch weniger ein Qualitätssiegel, sondern mehr als Zeichen des guten Willens zu verstehen.
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Schnell, schnell? Von wegen!
Wenn Sie Geld spenden möchten, sollten Sie sich übrigens auf keinen Fall zur Eile drängen lassen. Denn auch, wenn Menschen akut in Gefahr sind, wird Ihr Geld nicht sofort benötigt. Vielmehr legen Hilfswerke bereits vorher Geld für solche Akut-Einsätze zurück, um sofort helfen zu können. Müsste man erst auf den Eingang Ihres Geldes warten, käme die finanzielle Hilfe wohl zu spät an. Ihre Spende dient dann dazu, die angebrochenen Reserven wieder aufzufüllen.
Keine Dramatik
Genauso wenig wie übertriebene Eile ein Kriterium für Seriosität ist, sollten Sie sich auch nicht von bewusst dramatischen Bildern oder Appellen einwickeln lassen. Verantwortungsvoll arbeitende Organisationen klären potenzielle Spender über ihre Arbeit auf und drücken nicht auf die Tränendrüse. Deshalb Vorsicht bei Spendenaufrufen, die durch Bilder von ausgemergelten, verzweifelten oder verletzten Menschen auffallen. Diese dramatischen Bilder sagen nichts aus über die Qualität der Hilfsorganisation.
Richtig spenden und bares Geld sparen!
Die Wohltätigkeit wird auch vom Fiskus unterstützt, denn Ausgaben zur Förderung mildtätiger, kirchlicher und gemeinnütziger Zwecke sind als steuerbegünstigte Zwecke steuerlich absetzbar. Seit 2007 sind Ihre Zuwendungen an eine steuerbegünstigte Organisation bis zu 20 % Ihres Gesamtbetrags der Einkünfte absetzbar. Übrigens: Auch wenn Sie mehr als die 20 % spenden, ist das steuerlich unproblematisch: Liegen die Zuwendungen oberhalb der 20%-Grenze, werden sie in das Folgejahr vorgetragen und dort erneut bis zu 20 % berücksichtigt.
Schlechter stehen Sie nur, wenn Sie an eine nicht steuerbegünstigte Organisation spenden. Denn solche Spenden werden steuerlich nicht anerkannt, auch wenn steuerbegünstigte Zwecke verfolgt werden – Spenden bei privaten Anlässen, die dann für karitative Zwecke verwendet werden, sind deshalb nicht absetzbar. Das gilt auch in vielen anderen Fällen, in denen die meisten gleich an eine Spende denken, etwa bei Zahlungen und Sachspenden direkt an eine Familie, die in Not geraten ist, sowie bei Spenden im Rahmen von Haus- und Straßensammlungen.
Tipp: Die Zuwendung darf jedoch nicht im Zusammenhang mit einer Gegenleistung stehen, was bei Eintrittsgeldern, Wohlfahrtsbriefmarken oder Losen einer Wohltätigkeitsveranstaltung der Fall ist. Als Ausnahme gelten hier lediglich UNICEF-Grußkarten.
Nachweis nicht vergessen
Ohne eine Zuwendungsbestätigung bekommen Sie keine Steuerermäßigung! Das gilt ohne Wenn und Aber – es ist nicht möglich, die Spenden lediglich glaubhaft zu machen, etwa durch Überweisungsträger. Legen Sie die Zuwendungsbestätigung im Original Ihrer Steuererklärung bei, ansonsten erhalten Sie keinen Steuerbonus. Nur in einigen Ausnahmefällen reichen der Kontoauszug, ein Bareinzahlungsbeleg, der Überweisungs- oder Lastschrifteinzugsbeleg als Nachweis: Zum einen, wenn Sie in Katastrophenfällen spenden, zum anderen bei Spenden unter 200 Euro.
7 goldene Regeln für Spender
- Niemals unter Druck setzen lassen
Lassen Sie sich als Spender nicht unter Druck setzen. Nicht durch Werbung, dringende Aufrufe oder Spendensammler, die Sie an der Tür überreden wollen. Wenn Sie spenden wollen, sollte das immer freiwillig geschehen und nicht durch Zwang.
- Gezielt spenden
Streuen Sie Ihre Spenden nicht auf mehrere Organisationen, sondern konzentrieren Sie sich auf 1 oder 2 Spendenempfänger. Das erleichtert Ihnen die Suche nach einer passenden Organisation und minimiert auch bei den Spendenempfängern den Verwaltungsaufwand.
- Nichts ist wirklich dringend
Reagieren Sie niemals auf übertrieben dringende Aufrufe. Seriöse Hilfsorganisationen sind finanziell immer zu einer Ersthilfe in der Lage, ohne dass Geld von Spendern eingegangen ist. Erst später kommt es darauf an, dass Sie die dann leeren Kassen wieder auffüllen.
- Keine Impuls-Spenden
Spenden Sie immer wohl überlegt, niemals aus einer Laune oder Betroffenheit heraus. Denn unter der Vielzahl der Spendenorganisationen sollten Sie die richtige für sich herausfinden. Informieren Sie sich deshalb über die Ziele der ins Auge gefassten Organisation und darüber, was genau mit Ihrem Geld geschieht.
- Einmalspende vorziehen
Überlegen Sie sich gut, ob Sie eine Fördermitgliedschaft abschließen oder Ihr Geld nicht doch besser zielgerichtet in einzelnen Beträgen spenden. So können Sie gezielter agieren, als wenn Sie sich durch eine Mitgliedschaft längerfristig festlegen. Und wenn Sie schon eine Fördermitgliedschaft anstreben, informieren Sie sich vorher über die Kündigungsfristen.
- Sachspenden sind nur eine Notlösung
Sachspenden sind in der Regel nicht wirklich sachgerecht. Denn um Ihre Winterdecken zu Erdbebenopfern an das andere Ende der Welt zu bringen, ist eine logistische Meisterleistung erforderlich, die zudem sehr teuer ist. Sinnvoller sind immer Geldspenden, die schnell direkt vor Ort wirken.
- Nicht zweckgebunden spenden
Zweckgebundene Spenden geben uns ein gutes Gefühl, weil wir genau wissen, was mit unserem Geld passieren wird. Der Nachteil: Bei größeren Katastrophen ging so mancher Hilfsorganisation das Geld aus, weil die zweckgebundenen Mittel für die konkrete Notlage nicht angetastet werden durften. Spenden Sie lieber "offen" und verbreitern Sie damit den Wirkungskreis der von Ihnen unterstützten Organisation.
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